Das Schloss Glücksburg

Museum

Museum Glücksburg

Als bedeutendes kulturelles Erbe wurde Schloss Glücksburg 1922 eine Stiftung und als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis heute legt die Familie Wert darauf, dass der persönliche Charakter der Räume und der Ausstattung weiterhin zu spüren ist. Auf diese Weise soll der Besucher ein bewohntes Haus und damit ein lebendiges Museum vorfinden.

Die bedeutende Sammlung der Tapisserien und der Ledertapeten ist eine der besonderen Attraktionen des Schlosses. Die Schlosskapelle enthält Deckenfresken aus der Zeit der Erbauung. Der Schnitzaltar stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648. Zahlreiche Porträts vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart dokumentieren die spannende Familiengeschichte der Oldenburger und Glücksburger. Sie legen Zeugnis ab von den Wechselfällen der deutschen und dänischen Geschichte. Die Exponate zur schleswig-holsteinischen Erhebung von 1848 und zum deutsch-dänischen Krieg von 1864, darunter die plakativen Neuruppiner Bilderbögen, vermitteln einen Eindruck von den unterschiedlichen Lebensläufen der Mitglieder der herzoglichen Familie.

Ausgesuchte Möbelstücke aus der Zeit zwischen Empire und Biedermeier, erlesenes Porzellan und Silber ergänzen die Sammlungen.

Orangerie

Eingebettet im Schlosspark liegt die lichtdurchflutete Orangerie. Die eingeschossige klassizistische Orangerie wurde 1827 errichtet. In ihr überwinterten Orangen- und Zitronenbäumchen. Heute ist sie für Kunstausstellungen, Konzerte oder auch Veranstaltungen anmietbar.

Klosterausstellung

Auf Fundamente des Rudeklosters stieß man beim Ablassen des Schlosssees 1962, 1969 und 2005. Von den Zisterziensermönchen wurde das Kloster 1209 gegründet, welches als Modell besichtigt werden kann. 1582 wurde die mittlerweile verfallene Klosteranlage für den Bau des Schlosses genutzt.

Funde aus dieser Zeit belegen den hohen technischen Standard dieses Klosters, dazu gehören hölzerne Wasserrohrleitungen, die hinter dem Altar zu besichtigen sind. Sogar eine Art Fußbodenheizung hatte das in 1209 gegründete Kloster, diese nennt man Hypokaustenstein.

Schlosspark

1733 in französischer Manier angelegt, er wurde später als englischer Garten umgestaltet. Die alten Sichtachsen blieben bis heute erhalten.

Schlosskapelle

1717 wurde die Schlosskapelle, eine der frühesten protestantischen Kirchen in Schleswig-Holstein, unter dem Urenkel des Erbauers, Herzog Philip Ernst zu Schleswig-Holstein (1673-1729), barock ausgestattet. Der für Norddeutschland typische Kanzelaltar und die Taufe aus der Mitte des 17. Jahrhunderts sind Arbeiten des Bildschnitzers Claus Gabriel. Die Orgel von 1847 baute die im Norden weithin renommierte dänische Firma Marcussen.

Restaurierungen im Jahre 1973 brachten die dekorativen Deckenfresken aus der Erbauungszeit zum Vorschein. Bis 1965 diente die Kapelle als offizielle Gemeindekirche. Noch heute wird sie für Hochzeiten, Taufen und Gottesdienste mit musikalische Andachten genutzt. Am Ende der Kapelle schließt sich die Gruft an, in der 1811 letztmalig Mitglieder der herzoglichen Familie beigesetzt wurden.

Roter Saal

Der Rote Saal ist seit der Erbauung des Schlosses nahezu unverändert. Der Name des Festsaals leitet sich ab von den ehemals roten Seidentapeten. Er hat eine Größe von 300qm und 4 m Deckenhöhe und wird heute noch mehrfach im Jahr als Festsaal genutzt.

Der Baumeister des Schlosses, Meister Nikolaus Karies, hat die Renaissance besonders gut beherrscht. Beim Betrachten der einzelnen Gewölbe stellt man fest, dass alle verschieden groß sind und die Türen innerhalb des Gewölbes mal nach links und mal nach rechts versetzt sind. Dies hat man bewusst so gemacht, um keine harten Linien erscheinen zu lassen. Dies findet sich auch in den Stuckverzierungen wieder, einige Linien schneiden sich, andere wiederum nicht. Der Betrachter merkt die absichtlichen Fehler nur, wenn er darauf hingewiesen wird – sie erzeugen das harmonische Ganze.

Die kleinen Engel und Köpfe in Blumenrosetten an der Decke symbolisieren die 23 Kinderköpfe des Schlosserbauers, Herzog Johann der Jüngere zu Schleswig-Holstein. Er war zweimal verheiratet, einmal mit einer Prinzessin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg und dann mit der Witwe des Kurfürsten von Sachsen, Agnes Hedwig zu Anhalt. Aus diesen beiden Ehen gingen 23 Kinder hervor, deren symbolisierte Köpfe sich an der Decke sechsmal wiederholen. Der Baumeister Nikolaus Karies hat sich in diesem Saal verewigt, in den Gewölbedecken finden wir ihn und seine Familie. Maler haben sich verewigt durch Bildsignaturen, Baumeister der Renaissance erinnern auf diese Art und Weise an ihr Werk.

Esszimmer

Bereits 1707 wurde der Raum als Esszimmer eingerichtet und so wird er auch heute noch genutzt. Bemerkenswert sind die Gemälde mit südlichen Ideallandschaften, die um 1800 in der Tradition des französischen Landschaftsmalers Claude Lorrain entstanden.

Schlafzimmer

Dieser Raum mit seinem kostbaren Empire Mobiliar wurde als Schlafzimmer eingerichtet. Er diente der letzten  deutschen Kaiserin, Auguste Viktoria (1858 – 1921), als Schlafgemach während ihrer zahlreichen Besuche bei ihrer Schwester, Caroline Mathilde (1860 – 1932).

Weißer Saal

Die Nutzung dieser Etage nach der Erbauung ist umstritten. Man vermutet, dass hier ein Kornspeicher untergebracht war. Seit dem 19. Jahrhundert beherbergte diese Etage die kleinen Prinzen und Prinzessinnen mit ihren Eß-, Wohn- und Schlafräume sowie ihrer Erzieher. Der Saal selbst wurde ebenso seit dem 19. Jahrhundert als Speisesaal eingerichtet. Der Tisch mit den 16 Beinen hat eine Gesamtlänge von 25 m und bietet Platz für bis zu 70 Personen.

Besonders bemerkenswert sind die Tapisserien, sie zählen zu den wichtigsten in Nordeuropa. Gefertigt wurden sie mit fantasievollen Szenen aus dem ländlich-bäuerlichen Leben nach Vorlagen des flämischen Genremalers David Teniers des Jüngeren um 1740 in den Manufakturen van der Borght und van der Hecke zu Brüssel.

Die Einzigartigkeit der Tapisserien besteht darin, dass sie in geschlossener Folge die Zeiten überdauert haben, was keineswegs selbstverständlich war, da sie oft zusammengerollt von Schloss zu Schloss transportiert wurden und extremen klimatischen Schwankungen ausgesetzt waren. 1975 -1985 wurden sie restauriert.

Grüne Diele

Die gewölbte Eingangshalle wurde seit 1768 die "Grüne Diele" wegen der grün gestrichenen Türen genannt. Eine Reihe von Bildnissen aus der herzoglichen Familie gehört zur Ausstattung der Halle. Diese Halle wurde als Löschzentrale von 1862 bis 1863 genutzt, als König Friedrich VII. hier residierte. Aus dieser Zeit stammen die Löscheimer, die heute im Treppenhaus hängen.

Die Truhen aus dem 18. Jahrhundert gelangten in die Halle durch Friedrich VII. Die Truhe war der Vorläufer des Schrankes und zählt zu den ältesten Aufbewahrungsgegenständen. Des Weiteren befinden sich kleine Schiffsgeschütze auf Lafetten aus dem 18. Jahrhundert, die von einer dänischen Fregatte stammen, welche vor der Halbinsel Holnis (heute Glücksburg) gestrandet ist. Der Bodenbelag besteht aus Öllandplatten (550.00 Millionen Jahre alt). An manchen Stellen sind noch Fossilien von ausgestorbenen Fischarten, Muscheln usw. zu sehen.

Ledertapeten

Ledertapeten waren in Schlössern und Herrenhäusern seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich, sie zählen zu den großen Seltenheiten. Sie waren typische Wandbespannungen der Barockzeit und fehlten in keinem Prunk- oder festlichen Staatsraum.