Das Schloss Glücksburg

Exponat des Monats

Exponat des Monats Dezember 2025

Gesangbuch der Königin Caroline Mathilde von Dänemark

Dieses Gesangbuch ist weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand – es ist ein stiller Zeuge königlicher Frömmigkeit und persönlicher Andacht. Es gehörte Caroline Mathilde von Dänemark (1751–1775), der Gemahlin König Christians VII. und einer der tragischsten Gestalten der europäischen Monarchie des 18. Jahrhunderts.

Das kostbare Buch ist in feines Leder gebunden und mit aufwendig gearbeiteten Silberbeschlägen versehen. Im Zentrum der kunstvollen Metallarbeit stehen die Initialen der Königin, die den exklusiven Besitz eindeutig kennzeichnen. Ein reich ausgeführter Goldschnitt sowie tiefgeprägte florale Ornamente entlang der Buchränder unterstreichen den repräsentativen Charakter dieses Gesangbuches. Solche luxuriösen Ausführungen waren ausschließlich dem höchsten Adel vorbehalten und spiegeln den Rang wie auch den ästhetischen Anspruch ihrer Besitzerin wieder.

Bemerkenswert ist der nahezu neuwertige Erhaltungszustand des Exponats. Über Jahrzehnte wurde das Gesangbuch sorgfältig in dem zugehörigen Schuber aufbewahrt und entging so den Spuren intensiver Nutzung – eine Seltenheit bei persönlichen Andachtsbüchern dieser Zeit.

Über die dynastische Linie ihrer Tochter Luise Auguste von Dänemark, die durch Heirat Herzogin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg wurde, ist Caroline Mathilde zudem eng mit der Geschichte Schloss Glücksburgs verbunden: Luise Auguste war die Urgroßmutter der letzten deutschen Kaiserin Auguste Victoria. Damit vereint dieses Gesangbuch persönliche Frömmigkeit, höfische Kunstfertigkeit und europäische Dynastiegeschichte in einem außergewöhnlichen Zeugnis.

Exponat des Monats Juli 2025

Königlicher Glanz: Fächer aus dem Besitz Königin Luises von Preußen

Dieser außergewöhnliche Fächer gehörte einst Königin Luise von Preußen – einer der beliebtesten und einflussreichsten Monarchinnen ihrer Zeit. Einst erhielt sie ihn zusammen mit einem prachtvollen Kleid als Geschenk von Kaiser Napoleon Bonaparte höchstpersönlich. Die kunstvoll gearbeiteten Deckstäbe bestehen aus hochkarätigem Gold und sind mit feinen Perlen besetzt. Das zarte Fächerblatt aus hauchdünner Seide ist reich verziert mit unzähligen goldenen Pailletten – ein Meisterwerk, das das filigrane Handwerk eines Fächermachers und Goldschmieds eindrucksvoll vereint. Königin Luise pflegte eine exquisite Sammlung von Fächern – doch nur zwei Stücke haben die Zeit überdauert. Während eines dieser seltenen Kunstwerke heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin verwahrt wird, können Sie das zweite kostbare Exemplar hier mit eigenen Augen bestaunen. Ein einzigartiges Zeugnis königlicher Eleganz und feinster Handwerkskunst.

Exponat des Monats Juni 2025

 

„Vogelfiguren“

Zwei Tischdekorationen um 1882 in Form von in Silber gefertigten Vogelfiguren, die kunstvoll emailliert und mit Edelsteinen besetzt sind.

Die Sockel der Figuren bestehen abwechselnd aus einem Rosenquarz und einem Amethyst. Der Edelsteinbesatz setzt sich zusammen aus
 
zahlreichen Rubinen, Smaragden und Saphiren. Das Ensemble stammt aus dem Besitz und der Sammlung von Kaiserin Victoria, der Gemahlin

des Kaisers Friedrich III. Das Kaiserpaar waren die Eltern des letzten deutschen Kaisers, Kaiser Wilhelm II.

Das Exponat des Monats September 2024

Salzschale aus dem Besitz Kaiser Wilhelm II. von Bord  S.M. Yacht Hohenzollern.

Dieses Exponat ist eine Silberarbeit des Hofjuweliers Sy & Wagner in Berlin, welches exklusiv für den Kaiser angefertigt wurde. Es besteht aus einem großen naturbelassenen Bernstein auf dem eine Salzschale in Form eines Bootes thront, in dem der Meeresgott Neptun mit seinem legendären Dreizack sitzt. Die Vorderfront des Bernsteins zieren die gekrönten Initialen des Kaisers, welche damit seinen Privatbesitz verdeutlichen. Die Yacht Hohenzollern legte oft in Flensburg an und beförderte dabei nicht selten Kaiserin Auguste Victoria zu einem Besuch bei ihrer Schwester Caroline Mathilde Herzogin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg auf Schloss Glücksburg.

Exponat des Monats Juli 2024

Gästebuch der Kaiserin Feodorowna:

Die Einträge im Gästebuch der Kaiserin Feodorowna, Gemahlin des Zaren Alexander III., bieten faszinierende Einblicke in ihre Reisen durch Europa und ihre Besuche bei den königlichen Verwandten.

Ein besonders bemerkenswerter Eintrag dokumentiert ihren Aufenthalt bei ihrer Schwester Alexandra, der Königin von England, im Buckingham Palace. Diese Einträge zeugen von der engen Beziehung zwischen den Schwestern und den politischen sowie sozialen Verbindungen zwischen den europäischen Königshäusern.

Ebenfalls von großer Bedeutung sind die zahlreichen Einträge aus Kopenhagen, die ihre Besuche bei ihrem Vater, König Christian IX. von Dänemark, im Schloss Amalienborg und im Schloss Frederiksborg bei ihrem Bruder Friedrich VII. festhalten. Diese Einträge verdeutlichen die engen familiären Bindungen und die Rolle der Kaiserin in der dänischen Monarchie.

Ein weiteres Highlight des Gästebuchs sind die Einträge auf Schloss Bernsdorff, wo die Kaiserin ihren Bruder Waldemar von Dänemark besuchte. Diese Einträge illustrieren nicht nur die familiäre Vernetzung, sondern auch die kulturellen und gesellschaftlichen Interaktionen der europäischen Aristokratie.

Das Exponat des Monats Mai 2024

Frisiergarnitur der Kaiserin Auguste Victoria bestehend aus vier Bürsten und einem Handspiegel.

Exquisite Ausführung aus transluzid emaillierten Silber des Hofjuweliers Sy & Wagner in Berlin.

Auf der Rückseite von jedem Objekt befinden sich die gekrönten Initialen der Kaiserin, die den persönlichen Besitz der Herrscherin damit hervorheben.

Dieses Set war am Abend und am Morgen ein ständiger Begleiter der Kaiserin und spiegelt in seiner Verarbeitung die Schönheit zum Detail der Belle Epoque wieder.

Exponat des Monats April 2024

Bei unserem Exponat des Monats handelt es sich um die persönliche Schreibmappe der Kaiserin Auguste Victoria.

Diese Schreibmappe war stets ein wichtiger Begleiter der Kaiserin und auch immer bei ihrem Besuch auf Schloss Glücksburg präsent. Zahlreiche Briefe der Kaiserin im Archiv des Schlosses zeugen von den vielen Stunden an dem die Kaiserin sie nutzte. 

Das Exponat ist von besonderer Fertigung aus geschnittenem Leder und feinem dunkelblauen Samt auf dem die gekrönten Initialen der Kaiserin in Gold und Silber aufgelegt sind. Nur wenige Exemplare von europäischen Souveränen sind im Laufe der Zeit noch erhalten und gelten als extrem selten.

Exponat des Monats Oktober 2023

Unser Exponat des Monats Oktober befindet sich dieses Mal aufgrund seiner Ausmaße nicht wie gewohnt in der Vitrine im Erdgeschoss, sondern im Turm zur Geschichte des Deutsch-Dänischen Kriegs 1864 in der 2. Etage. Es handelt sich dabei um den Thron des Prinzen Albrecht von Preußen, Prinzregent von Braunschweig. Er regiert von 1885 bis 1906 Braunschweig. Otto von Bismarck hatte zuvor durch eine Intervention verhindert, dass Ernst August von Cumberland (Hannover) in Erbfolge den Thron übernahm.

Prinz Albrecht war der Neffe Kaiser Wilhelms I. und König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen. 1847 trat er in die Preußische Armee ein und nahm 1864 gemeinsam mit Prinz Friedrich Carl am Feldzug in Schleswig und 1866 in Königgrätz teil. Auch in den nachfolgenden Jahren machte er sich im Militär verdient.

1885 wählte ihn die braunschweigische Landesversammlung zum Regenten des Herzogtums Braunschweig. Die Ausführung des eigens für ihn gefertigten Throns mit dem preußischen Adler verdeutlichte einmal mehr den Einfluss Preußens in damaliger Zeit.
 

Exponat des Monats September 2023

 

Beim Exponat des Monats September handelt es sich um einen handbemalten Fächer aus feinster Seide aus dem Besitz der letzten deutschen Kaiserin. Diese einzigartige Künstlerarbeit trägt die goldenen Initialen Auguste Victorias, die Stäbe sind aus Perlmutt gefertigt, das in dieser Größe schwer zu beschaffen und dessen Bearbeitung sehr aufwendig war. Die Verarbeitung des Fächers ist sehr zart und filigran, was auch ein Grund dafür ist, weshalb es heute nur noch wenige gut erhaltene Exemplare aus damaliger Zeit gibt.

Faltfächer gelangten erst im frühen 16. Jahrhundert mit dem Ausbau des Seehandels von China nach Europa und etablierten sich schnell als Statussymbol der adeligen Damen. Im 18. Jahrhundert erlebte die Fächermode ihren Höhepunkt. In Paris gab es damals rund 500 Fächerhersteller, die die Accessoires aus den wertvollsten Materialien fertigten. Es entwickelte sich sogar eine Art Fächersprache, die es besonders im sittenstrengen 19. Jahrhundert ermöglichte, mit dem anderen Geschlecht nonverbal zu kommunizieren und beim Flirten nicht erwischt zu werden.

Exponat des Monats August 2023

Bei unserem Exponat des Monats August handelt es sich um ein ganz besonderes Münztablett. Dieses erhielten der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. und seine Frau Auguste Victoria 1891 zum 25. Jubiläum des Husaren-Regiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn (Schleswig-Holsteinisches) Nr. 16 von den Offizieren des Regiments als Geschenk.

Gefertigt wurde das ovale Silbertablett vom Hofjuwelier Friedländer in Berlin, es ist 48 Zentimeter lang und 36 Zentimeter hoch. Die über vierzig Münzen und Medaillen wurden über ein spezielles Verfahren in die Silberschmiedearbeit eingesprengt, gelötet wurde bei der Einfassung nicht. Die Stücke stammen aus unterschiedlichen Epochen des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Bei der einzigen viereckigen Münze handelt es sich beispielweise um eine sogenannte Mecklenburger Klippe. Als Klippen werden eckige Münzen bezeichnet, die seit dem 17. Jahrhundert häufig als Gedenkmünzen aus Silber und Gold geprägt wurden.

Während Münztabletts zur damaligen Zeit eher selten gefertigt wurden, erfreuten sich Münzkrüge einer deutlich größeren Beliebtheit. Ein Grund dafür wird sicherlich auch der praktische Nutzen gewesen sein.

Exponat des Monats Juli 2023

Spieglein, Spieglein...

Märchenhaft ist nur eines der vielen Adjektive, die zu unserem Exponat des Monats Juli passen. Kein Wunder, denn der reich verzierte Staffelei-Tischspiegel aus Meissener Porzellan ist ein Einzelstück, das für die dänischen Königin Louise, die Gemahlin König Christians IX., gefertigt wurde. Der Porzellanrahmen ist kunstvoll mit aufgelegten, vollplastischen, polychrom bemalten Blüten verziert. Über der von Engeln gehaltenen Kartusche befindet sich eine aus Silber gefertigte Krone. Die in der Kartusche enthaltene Initiale der Königin besteht aus kleinen Ehrenpreisblüten, die ebenso aus den Händen der aufgesetzten Putten zu stammen scheinen, wie der Blütenkranz, der das „L“ einfasst. Louises Gemahl Christian IX. war ein Prinz aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Aufgrund der Heiratspolitik, die das Königspaar betrieb, gilt Christian IX. noch heute als Schwiegervater Europas. Die sechs gemeinsamen Kinder heirateten in andere regierende Königsfamilien Europas ein, so dass ein weit verzweigtes Netz verwandtschaftlicher Beziehungen entstand. Königin Louise ist unter anderem die Ururgroßmutter der dänischen Königin Margarethe II. und des norwegischen Königs Harald V. sowie Urururgroßmutter des englischen Königs Charles III.

Exponat des Monats Juni 2023

Unser Exponat des Monats Juni stammt aus der Belle Époche. Es handelt sich um eine Schlafhaube aus dem Besitz der letzten deutschen Kaiserin. Um 1900 wurde dieses seltene Schlaf-Accessoire speziell für Auguste Victoria gefertigt. Es besteht aus hochwertiger Seide und Brüsseler Spitze. Das Innenfutter des Häubchens besteht aus einem besonders gefütterten und sehr weichen Wollstoff, was den Schlafkomfort erheblich verbesserte und gleichzeitig gegen störende Geräusche schützte. Die Kaiserin nächtigte oft im Schloss Glücksburg, da sie hier bei ihrer Schwester Herzogin Caroline Mathilde zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg gerne ihren Sommerurlaub verbrachte. Kaiser Wilhelm II. zog es eher auf das Wasser: Er verbrachte seine Freizeit im Urlaub in Schleswig-Holstein der Überlieferung nach am liebsten auf seiner Yacht „Hohenzollern“ auf der Flensburger Förde.

Exponat des Monats Mai 2023

Beim Exponat des Monats Mai handelt es sich um ein Elfenbein-Necessaire aus dem Besitz von Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi. Sie erhielt das schöne Ensemble als Geschenk von Königin Elisabeth Ludovika von Preußen, einer geborenen Prinzessin von Bayern. Sie war die Gemahlin des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. und Sisis Patentante. Als Necessaires bezeichnete man seit dem 18. Jahrhundert kleine Behältnisse, in denen Nähzeug oder Hygieneartikel verwahrt wurden. Das massive Elfenbeingehäuse des Exponats trägt die mit Gold aufgelegte gekrönte Initiale der Kaiserin. Darin befindet sich ein kunstvoll ausgearbeitetes Interieur, eingebettet in einer dafür ausgeschnittenen Einlage, die ebenfalls aus Elfenbein besteht. Fingerhut, Schere, Nadelköcher (in Form von Amors Pfeilköcher), Goldnadel und Stanznadel sind aus hochkarätigem Gold gefertigt.

Exponat des Monats April 2023

Unser erstes Exponat des Monats ist dieses wundervolle Collier aus dem Besitz Dagmars von Dänemark (1847-1928). Sie war die Tochter des dänischen Königs Christians IX. und spätere Gemahlin des russischen Zaren Alexander III. Das Collier besteht aus mehreren Teilen. Zarenkrone und Anhänger sind abnehmbar, wobei letzterer auch als Brosche getragen werden kann. Bei der Brosche handelt es sich um sogenannten Trauerschmuck, worauf die kunstvoll in die Trauerschleife eingearbeitete schwarze Emaille hindeutet. Broschen dieser Art waren im 19. Jahrhundert äußerst beliebt. Viele Damen trugen solchen Schmuck als Zeichen ihrer Trauer. Dagmar verlieh mit der Brosche ihrer Trauer um ihren Mann Zar Alexander III. Ausdruck, der 1894 starb. Das Collier besteht aus hochwertigem Gold und ist mit zahlreichen Diamanten, Rubinen und Perlen besetzt. Schätzen Sie doch einmal: Wie viel Karat haben die Diamanten des Colliers insgesamt? Auflösung: Die 88 Diamanten des Colliers haben ein Gesamtgewicht von 18 Karat.