Historischer Überblick
Schloss Glücksburg und das Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg blicken auf eine mehr als 400-jährige Geschichte zurück. Sie ist geprägt von Wandel, von politischen Allianzen und familiären Verbindungen, die weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinausreichen. Noch heute verkörpert das Schloss die Geschichte, die Europa bis in unsere Gegenwart hinein geprägt hat.
Die Nachkommen Christians IX. finden sich heute in fast allen europäischen Königshäusern – darunter in Belgien, England, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Monaco, Norwegen, Rumänien, Russland, Spanien, Schweden, Deutschland und Österreich. Kaum eine andere Familie hat die Geschichte des europäischen Hochadels so nachhaltig geprägt.
Das Haus Glücksburg heute
Friedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ist das heutige Familienoberhaupt des Hauses Glücksburg. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er die Leitung der Stiftung Schloss Glücksburg und führt damit eine über hundertjährige Familientradition fort.
Er setzt sich für den Erhalt des Schlosses sowie für dessen kulturelle und historische Bedeutung ein. Sein Engagement bildet die Grundlage dafür, das Erbe des Hauses an kommende Generationen weiterzugeben.
Das Schloss als kultureller Leuchtturm
Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg prägte das Haus Glücksburg über vier Jahrzehnte lang als Vorstand der Stiftung Schloss Glücksburg. Er widmete sich intensiv dem Erhalt des Schlosses sowie der Förderung von Kunst, Kultur und Denkmalschutz.
Unter seiner Führung entwickelte sich das Schloss zu einem kulturellen Leuchtturm Schleswig-Holsteins. Mit seinen vier Kindern, Sophie (1983), Friedrich Ferdinand (1985), Constantin (1986) und Leopold (1991) aus der Ehe mit Elisabeth Prinzessin zur Lippe-Weissenfeld, legte er den Grundstein für die nächste Generation der Familie.
Führung im gesellschaftlichen Wandel
Herzog Peter (Friedrich Ernst Peter von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg) führte das Haus Glücksburg ab 1965 durch die Ausläufer der Nachkriegszeit und eine Phase großer gesellschaftlicher Veränderungen. Er war mit Prinzessin Maria Alix zu Schaumburg-Lippe verheiratet, mit der er vier Kinder hatte, darunter seinen Nachfolger Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.
Ein Herzog im Zeitalter des Umbruchs
Friedrich hieß mit vollständigem Namen Friedrich Wilhelm Christian Günther Albert Adolf Georg Herzog zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und übernahm das Herzogtum 1934 nach dem Tod seines Vaters Friedrich Ferdinand. Seine Lebens- und Amtszeit fiel in eine politisch bewegte Epoche, die von zwei Weltkriegen und tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt war.
Trotz dieser Herausforderungen gelang es ihm, die familiäre Kontinuität zu bewahren. Er führte das Haus Glücksburg in die Zeit des Wiederaufbaus nach 1945. Im Jahr 1949 gründete er, mit der Unterstützung des Reformpädagogen Kurt Hahn, das heute noch als Schule mit Internat bestehende Landerziehungsheim Stiftung Louisenlund.
Im Kreise des Kaisers
Friedrich Ferdinand Georg Christian Karl Wilhelm von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg prägte das Haus Glücksburg in der Kaiserzeit, denn nach 1867 gehörte Glücksburg zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Durch seine Ehe mit Caroline Mathilde von Augustenburg war die Familie eng mit dem deutschen Kaiserhaus verbunden. Das Kaiserpaar Wilhelm II. und Auguste Viktoria waren häufige Gäste in Glücksburg – ein Zeichen für die hohe Stellung des Hauses in dieser Zeit. Friedrich Ferdinand stärkte die Rolle des Hauses Glücksburg als Teil des europäischen Hochadels.
Rückkehr der Herzoge und Übergang nach Preußen
(JG) Der Bewahrer der jüngeren Glücksburger Linie
Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg folgte seinem Bruder Karl als Herzog von Glücksburg. Obwohl seine Amtszeit vergleichsweise kurz war, sicherte er die Fortsetzung der Linie und war der einzige Bruder von König Christian IX. von Dänemark, der Nachkommen hinterließ. Mit seiner Familie führte er die jüngere Linie erfolgreich fort.
(JG) Verlust, Verbannung und die Rückgewinnung des Schlosses
Herzog Karl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg übernahm nach dem Tod seines Vaters Friedrich Wilhelm die Führung der jüngeren Glücksburger Linie. Er war glücklich mit Wilhelmine, Tochter des dänischen Königs Friedrich VI., verheiratet, doch die Ehe blieb kinderlos.
Von 1831–1851 diente er im schleswig-holsteinischen Heer. Nach dem Krieg verlor er deshalb zeitweise seine Rechte, wurde des Landes verwiesen und erst 1853 rehabilitiert. Am 19. Mai 1863 verlieh ihm die Stadt Kiel anlässlich seiner Silberhochzeit die Ehrenbürgerwürde. Im Jahr 1871 erhielt er Schloss Glücksburg zurück – ein Wendepunkt, der das Haus erneut stärkte.
(JG) Der Schwiegervater Europas
Christian IX. von Dänemark wurde 1818 als Prinz Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg geboren und heiratete 1842 Prinzessin Luise von Hessen-Kassel. Im Jahr 1863 wurde er König von Dänemark. Mit ihm begann die europäische Erfolgsgeschichte des Hauses Glücksburg. Er gilt als „Schwiegervater Europas“, denn seine Nachkommen regieren bis heute in mehreren Königshäusern des Kontinents.
Seine älteste Tochter Alexandra heiratete den späteren Edward VII. von England, Tochter Dagmar wurde als Maria Fjodorowna Gemahlin des russischen Zaren Alexander III., und die jüngste Tochter Thyra ehelichte Herzog Ernst August von Cumberland, den Thronprätendenten von Hannover.
Auch seine Söhne trugen den Glücksburger Namen in die Welt. Bereits 1863 wählte die griechische Nationalversammlung Christians Sohn Wilhelm zum König der Hellenen – als Georg I. von Griechenland. Später, im Jahr 1905, bestieg sein Enkel Carl als Haakon VII. den norwegischen Thron.
Bis heute ist die dänische Königsfamilie direkte Nachfahrin Christians IX. – ebenso wie das norwegische und das griechische Königshaus. Das Haus Glücksburg blieb damit tief in der europäischen Geschichte verwurzelt.
(JG) Begründer der jüngeren Linie
Friedrich Wilhelm Paul Leopold von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck begründete 1825 die jüngere Linie der Glücksburger Herzöge. Seine Eheschließung 1810 mit Louise Karoline von Hessen-Kassel stärkte die Verbindung zur dänischen Königsfamilie.
1824 erhielt er Schloss Glücksburg als Geschenk und damit die Grundlage für die neue Linie. Trotz seines frühen Todes legte er das Fundament für den späteren Aufstieg des Hauses, insbesondere durch seinen Sohn Christian IX.
Die Beck’sche Linie
(BL) Der Stammvater der Beck’schen Linie
August Philipp Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck war der Stammvater der Beck’schen Linie, die ihren Namen vom Gut Beck bei Minden erhielt. Obwohl die Linie keinen eigenen Herrschaftsbereich besaß, bewahrte sie den herzoglichen Rang und pflegte enge Beziehungen zu den europäischen Höfen. Seine 12 Nachkommen, aus drei Ehen, trugen die Tradition des Hauses über Generationen weiter. Aus dieser Linie entstand später die jüngere Glücksburger Linie.
(BL) Architekt der Glücksburger Zukunft
Alexander von Schleswig-Holstein-Sonderburg, Sohn von Johann dem Jüngeren, führte die Sonderburger Linie seines Vaters fort. Aus seiner Ehe mit Prinzessin Dorothea von Schwarzburg-Sondershausen gingen 10 Kinder hervor. Durch seine Familie wurde die Grundlage für die späteren Linien Beck und Glücksburg geschaffen. Er war eine zentrale Figur in der frühen dynastischen Entwicklung des Hauses. Sein Wirken war geprägt von der Sicherung des Besitzes und der Festigung familiärer Bindungen.
Die ältere Glücksburger Linie
(ÄG) Das Ende der älteren Glücksburger Linie
Als letzter Herzog der älteren Glücksburger Linie trat Friedrich Heinrich Wilhelm von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg bereits früh in dänische Dienste und wurde mit 29 Jahren Generalmajor. Seine Ehe blieb kinderlos, sodass mit ihm die Linie erlosch.
Sein Leben war geprägt von militärischer Disziplin und enger Bindung an Dänemark. Nach dem Tod seiner Witwe Anna Carolina von Nassau-Saarbrücken fielen Schloss Glücksburg und der Titel an Herzog Friedrich Wilhelm aus der Linie Beck, der die jüngere Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg begründete.
(ÄG) Zurück zu alten Grenzen
Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg setzte die Tradition seiner Vorfahren fort und schlug selbst eine militärische Laufbahn ein. Um Schulden zu begleichen, musste er Teile des herzoglichen Besitzes verkaufen, wodurch das Gebiet wieder seine ursprüngliche Größe annahm.
Er war bekannt für sein Pflichtbewusstsein und seine familiäre Verantwortung. Mit seiner Frau Gräfin Henriette Auguste zu Lippe-Detmold hatte er sechs Kinder.
(ÄG) Der Glücksburger im Dienst der Krone
Philipp Ernst von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg war der einzige Glücksburger Herzog, der außerhalb des Herzogtums Karriere machte. Er trat bereits mit 19 in den dänischen Militärdienst ein und diente im dänischen Heer, mit dem er von 1692-1695 in Flandern kämpfte. Er knüpfte eine enge Beziehung zu König Friedrich IV.
Auch nach der Rückkehr nach Glücksburg 1698 blieb er in dänischen Diensten. Als Ritter des Elefantenordens (höchste und älteste dänischer Ritterorden) galt er als angesehener Militär und Diplomat. Seine drei Ehen festigten die dynastischen Verbindungen des Hauses.
(ÄG) Zwischen Diplomatie und Tragik
Herzog Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg setzte als Herzog die innovative Verwaltungspolitik seines Vaters fort. Seine Ehe mit der gebildeten Sibylle Ursula von Braunschweig-Wolfenbüttel gilt als eine der bemerkenswertesten Verbindungen des Hauses.
Er war in langwierige Streitigkeiten mit dem dänischen König verwickelt, die er schließlich diplomatisch beilegte. Christian war zweimal verheiratet, er wurde 11-mal Vater, wobei nur drei Kinder das Erwachsenenalter erreichten.
(ÄG) Der Begründer der Älteren Linie
Philipp von Schleswig-Holstein-Sonderburg war der Begründer der älteren Glücksburger Linie und von 1622 – 1663 der erste Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.
Durch den Tod seines Bruders Christian 1633 auf der Insel Ærø, erbte er ein Teil der Insel. Insgesamt konnte er seinen Besitz nahezu verdoppeln. Seine Regierungszeit war geprägt von Aufbauarbeit, Modernisierung und wirtschaftlicher Konsolidierung. Er legte das Fundament für über 150 Jahre Glücksburger Geschichte.