Ein weißes Gebäude mit roten Dächern steht am Rande eines ruhigen Sees, umgeben von grünen Bäumen, und der bewölkte Himmel spiegelt sich im Wasser.
Geschichte erleben

Schloss Glücksburg

Die Geschichte von Schloss Glücksburg beginnt an einem Ort, der bereits lange vor dem Schloss von Bedeutung war. Im Jahr 1209 errichteten Zisterziensermönche aus Guldholm am Langsee bei Schleswig das Rudekloster, auf dem Gebiet des heutigen Schlosssees. 

Fast 400 Jahre prägte das Kloster die Region. Unter verschiedenen Namen wie Ruge, Ryde oder Rythea bekannt, verlor es im Zuge der Reformation zunehmend an Bedeutung und verfiel. 1582 gelangte das Gelände schließlich in den Besitz von Johann dem Jüngeren, Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg, Sohn des damaligen dänischen Königs Christian III.

Spannende Details zur Entstehungsgeschichte

Johann der Jüngere – Bauherr und Visionär

Johann der Jüngere wurde 1545 in Hadersleben geboren, als Sohn von König Christian III. von Dänemark und Dorothea. Schon früh erhielt er eine umfassende Ausbildung und entwickelte sich zu einem vielseitig gebildeten Herzog. 1566 nahm er am Reichstag in Augsburg teil, wo er Kaiser Maximilian II. nachhaltig beeindruckte. Politisch blieb er jedoch ein „abgeteilte Herr“: Die Stände von Schleswig und Holstein verweigerten ihm die Anerkennung seiner Herrschaft.
Johann der Jüngere war zweimal verheiratet: Mit seiner ersten Frau, Elisabeth von Braunschweig-Grubenhagen, hatte er 14 Kinder. Nach ihrem Tod 1586 heiratete er Agnes Hedwig von Anhalt, mit der er neun weitere Kinder bekam. Insgesamt brachte er 23 Nachkommen hervor, viele Töchter heirateten in bedeutende Fürstenhäuser. Neben der Familie widmete er sich vor allem der Errichtung von Bauwerken und der Förderung der Landwirtschaft. Vier Schlösser ließ er errichten: Glücksburg, Ahrensbök, Reinfeld und Norburg. Heute ist Schloss Glücksburg das einzige noch erhaltene Bauwerk dieser Reihe und gilt als herausragendes Beispiel der Renaissancebaukunst.

Der Bau von Schloss Glücksburg

Nach dem Erwerb des Rudeklosters ließ Johann der Jüngere 1582 die alten Klostergebäude abtragen und begann mit dem Neubau seines Schlosses. Die Materialien des Klosters wurden wiederverwendet, wodurch das Schloss auf historischem Fundament entstand. 1587 war der Bau unter dem Baumeisters Nikolaus Karies abgeschlossen. Das Schloss ist bis heute unverändert erhalten, sodass Besucher die Architektur der Renaissance in ihrer Ursprünglichkeit erleben können.

Tod, Testament und Erbe

Johann der Jüngere verstarb 1622 auf Schloss Glücksburg im Alter von 77 Jahren. Zum Zeitpunkt seines Todes lebten noch 13 seiner 23 Kinder. In seinem Testament legte er fest, sein Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg aufzuteilen, wodurch vier neue Linien entstanden: Glücksburg, Norburg, Plön und Ærø. Das Schloss Glücksburg erhielt sein zweitjüngster Sohn Philipp und begründete damit die Glücksburger Linie, die eng mit der Geschichte des Schlosses verbunden blieb.
Heute steht Schloss Glücksburg als Zeugnis einer bewegten Geschichte, die Klostertradition, Renaissancearchitektur und herzogliche Vergangenheit miteinander verbindet. Besucher haben die Möglichkeit, in die Geschichte einzutauchen und die Faszination eines Ortes zu erleben, an dem Jahrhunderte lebendig werden.

Historischer Überblick

Schloss Glücksburg und das Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg blicken auf eine mehr als 400-jährige Geschichte zurück. Sie ist geprägt von Wandel, von politischen Allianzen und familiären Verbindungen, die weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinausreichen. Noch heute verkörpert das Schloss die Geschichte, die Europa bis in unsere Gegenwart hinein geprägt hat. 

Die Nachkommen Christians IX. finden sich heute in fast allen europäischen Königshäusern – dazu zählen u.a. England, Griechenland, Norwegen, Russland. Kaum eine andere Familie hat die Geschichte des europäischen Hochadels so nachhaltig geprägt.

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geb. 1985
Ein Mann mit blondem Haar, grauem Anzug, weißem Hemd und dunkler Krawatte steht vor einem dunklen Hintergrund und lächelt in die Kamera.

Das Haus Glücksburg heute

Friedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ist das heutige Familienoberhaupt des Hauses Glücksburg. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er die Leitung der Stiftung Schloss Glücksburg und führt damit eine über hundertjährige Familientradition fort.

Er setzt sich für den Erhalt des Schlosses sowie für dessen kulturelle und historische Bedeutung ein. Sein Engagement bildet die Grundlage dafür, das Erbe des Hauses an kommende Generationen weiterzugeben.

1949–2023
Ein Mann mittleren Alters mit hellem Haar, der einen dunklen Anzug und eine gemusterte Krawatte trägt, gestikuliert mit seiner Hand, während er im Freien lächelt, während im Hintergrund Grünflächen zu sehen sind.

Das Schloss als kultureller Leuchtturm

Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg prägte das Haus Glücksburg über vier Jahrzehnte lang als Vorstand der Stiftung Schloss Glücksburg. Er widmete sich intensiv dem Erhalt des Schlosses sowie der Förderung von Kunst, Kultur und Denkmalschutz.

Unter seiner Führung entwickelte sich das Schloss zu einem kulturellen Leuchtturm Schleswig-Holsteins. Mit seinen vier Kindern, Sophie (1983), Friedrich Ferdinand (1985), Constantin (1986) und Leopold (1991) aus der Ehe mit Elisabeth Prinzessin zur Lippe-Weissenfeld, legte er den Grundstein für die nächste Generation der Familie.

Stammbaum

Das Haus Glücksburg heute. Friedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ist das heutige Familienoberhaupt des Hauses Glücksburg. Nach dem Tod seines Vaters wurde er im Jahr 2023 Vorstand der Stiftung Schloss Glücksburg und führt damit eine über hundertjährige Familientradition fort. Er setzt sich für den Erhalt des Schlosses sowie für dessen kulturelle und historische Bedeutung ein.
 

Zur Ahnentafel

Gemaltes Porträt eines Mannes mit dunklem Haar und ausgeprägten Koteletten, gekleidet in eine formelle Militäruniform mit Medaillen und dekorativen goldenen Schulterklappen, vor einem gedämpften Hintergrund

Das Wappen

Im Herzschild finden sich die Wappen der Grafschaften Oldenburg – zwei rote Balken auf goldenem Grund – und Delmenhorst, das ein goldenes Kreuz auf blauem Grund zeigt.

Der Hauptschild vereint mehrere heraldische Symbole: Oben links steht der axttragende Löwe Norwegens, der auf den Titel „Erbe zu Norwegen“ verweist. Ihm folgen die Wappen, die mit den Herzogstiteln für Schleswig (zwei blaue Löwen auf goldenem Grund), Holstein (das sogenannte Nesselblatt), Stormarn (der Schwan) und Dithmarschen (der Reiter) verbunden sind. So erzählt das Wappen die Geschichte einer Dynastie, deren Wurzeln und Ansprüche in vielen Teilen Nordeuropas verankert sind.

Unterstützung und Mitgliedschaft

Die Stiftung ist auf Spenden und die Unterstützung Dritter angewiesen. Wertvolle Hilfe erhält sie dabei vom gemeinnützigen Freundeskreis Schloss Glücksburg e. V. Jeder Interessierte kann Mitglied werden und die Arbeit der Stiftung aktiv unterstützen.
Auch das Land Schleswig-Holstein, die Europäische Union und der Bund haben der Stiftung bereits finanzielle Förderung zukommen lassen.
Als gemeinnützige Stiftung stellt Schloss Glücksburg für jede Unterstützung selbstverständlich eine Spendenbescheinigung aus.