Historischer Überblick

Schloss Glücksburg hat durch seine Funktion als zeitweilige königliche Residenz und Verwaltungssitz des Herzogtums Glücksburg einen bedeutenden Platz in der Geschichte Schleswig-Holsteins und Skandinaviens.
 
Der Bauherr Herzog Johann (Hans) der Jüngere war Bruder des dänischen Königs, Schwager des Kurfürsten von Sachsen und wurde durch viele seiner 23 Kinder der Schwiegervater mehrerer deutscher Fürsten. Er stand in der Gunst des deutschen Kaisers.

Der Bauherr von Schloss Glücksburg

Herzog Johann d. J. von Schleswig-Holstein-Sonderburg, ein Sohn des dänischen Königs Christian III. Hans war ein „abgeteilter Herr“, der an der Regierung der Herzogtümer keinen Anteil hatte und sich als landwirtschaftlicher Unternehmer auf sein Territorium konzentrierte.

Er ist der Stammvater der verschiedenen Linien des Sonderburger Fürstenhauses, darunter Augustenburg, Glücksburg, Plön und Beck.

Zwischen 1622 und 1779 residierten fünf Generationen der Herzöge von Glücksburg im Schloss. 1779 starb der letzte Herzog aus der älteren Glücksburger Linie. Nach dem Tod seiner Witwe verlieh der dänische König Friedrich VI. am 6. Juli 1825 das Schloss samt Herzogstitel an den Herzog Wilhelm von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck. Der in Preußen und Dänemark aufgewachsene Wilhelm stammte in direkter Linie von Hans dem Jüngeren ab. Während des Wiener Kongresses hatte er dem dänischen König zur Seite gestanden. Verheiratet war er mit Louise Caroline, einer Tochter des Statthalters der Herzogtümer, des Landgrafen Carl von Hessen. Unter ihren zehn Kindern waren der spätere König Christian IX. von Dänemark und Herzog Friedrich, von dem auch der jetzige Chef des Hauses Schleswig-Holstein abstammt.

Nach 1854 diente das Schloss als Sommersitz Königs Friedrichs VII.; er starb hier am 15. November 1863. 1864/65 wurde das Schloss von den preußischen Truppen als Quartier und Lazarett genutzt. Nach der Abtretung des Herzogtums Schleswig durch Dänemark an die Krone Preußen gab König Wilhelm das Schloss an die Familie zurück, und 1871 konnte Herzog Karl, der damalige Chef des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (ein Bruder von Christian IX., der 1846 aus Protest gegen die eiderdänische Politik den dänischen Staatsdienst quittiert hatte), wieder einziehen.

Die letzte deutsche Kaiserin Auguste Viktoria, die aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg stammte, hielt sich oftmals in Glücksburg auf. Ihre Schwester Caroline Mathilde war mit Herzog Friedrich Ferdinand (1855-1934) verheiratet.
 
Auguste Viktoria ist die Urgroßtante von Prinz Christoph, Caroline Mathilde seine Urgroßmutter.

Johann der Jüngere