Der Schlosspark erneuert sein Gesicht
Die Sanierung des Parks ist der jüngste einer ganzen Reihe von Sanierungsschritten, lang geplant und durch Untersuchungen und eine Diplomarbeit von Frau Silke Sievers fachlich bereits gut vorbereitet. Auch wenn andere Sanierungen immer wieder den Vorrang bekamen beziehungsweise bekommen mussten - ob es die Tapisseriensammlung war oder Arbeiten für die Erhaltung der Gebäudesubstanz und der Schlossbrücke- so blieb die Notwendigkeit, den Park zu erneuern, unübersehbar. Der alte Baumbestand hatte die kritische Lebenszeit überschritten.
Seit dem vergangenen Jahr läuft nun auf Anregung und mit Finanzierung des Kreises Schleswig-Flensburg im Park von Schloß Glücksburg eine Hartz IV-Maßnahme zur Qualifizierung von Arbeitslosen im Garten- und Landschaftsbau. Zusammen mit dem Kreis und der Stiftung arbeiten das Wirtschaftszentrum Handwerk Plus, die Qualifizierungsgesellschaft "Neue Arbeit Nord" und der Garten- und Landschaftsverband Schleswig-Holstein an der Verwirklichung eines ehrgeizigen Projekts mit dem übergeordneten Ziel, über eine neue Ausbildung möglichst viele Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wobei schon gute Anfangserfolge erzielt werden konnten.Darüber hinaus scheint der motivierende Effekt dieser besonderen Umgebung sehr hilfreich zu sein.
Für die Stiftung geht es natürlich auch um das Ziel, den Schlosspark wieder so wie vor 20 Jahren zu präsentieren. Da Schloß Glücksburg sich schon immer als lebendiges Haus versteht, in dem Menschen zusammenkommen und Kultur zum Anfassen erleben, passt es ausgezeichnet, traditionelle Handwerkskunst in der besonderen Umgebung aufleben zu lassen und auch dem Publikum zu zeigen.
Das Projekt, das einen Zeitraum von 5 Jahren in Anspruch nehmen wird, liegt planungsseitig in den Händen von Herrn Tölke vom Grünplanungsbüro Natur & Kultur. Als Projektleiter ist Herr Garske für die Umsetzung der Arbeiten verantwortlich. Begleitet wird die Maßnahme durch das Landesamt für Denkmalpflege. Grundlage für die Arbeiten ist die Diplomarbeit von Frau Silke Sievers aus dem Jahr 1995.
Anfang Oktober 2005 wurde mit den Arbeiten begonnen. Der für die Fassadensanierung abgelassene Schlossteich bot die Möglichkeit zum Befestigen der Uferböschung. Im Herbst und Winter wurde dann unterhalb des Parkplatzes mit den Vorbereitungen zum Anlegen des geplanten Gemüsegartens begonnen, es wurden Bäume gepflegt und zurückgeschnitten, ein Rosenrondell angelegt und das neue Arboretum ( ein Baumgarten) vorbereitet.
Gleichzeitig mit der Wiederherrichtung des Parks nach altem Vorbild sollen aber auch die Voraussetzungen für eine zeitgemäße Nutzung des Parks Berücksichtigung finden. Auch in den nächsten Jahren sollen dort Ausstellungen wie die "LebensArt" vom 25.- 27. August dieses Jahres und Open Air - Veranstaltungen wie die Aufführung des Musicals "Das Phantom der Oper" am 18. August 2006 stattfinden.
Finanziell wird die Durchführung des Projekts durch Hartz IV-Mittel gewährleistet, aber auch durch Sponsoren wie die Fielmann AG Hamburg und die Danisco Deutschland GmbH in Niebüll, den Freundeskreis des Schlosses Glücksburg sowie durch Leistungen der Stiftung Schloß Glücksburg.
In einem Pressegespräch am 27. Juni 2006 bedankte sich der Vorstandsvorsitzende Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein bei allen beteiligten Partnern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit . Gemeinsam konnte festgestellt werden, dass die soziale Herausforderung, Arbeitslosigkeit projektbezogen zu bekämpfen, hervorragend zum Nutzen aller angenommen wurde.
Gewissermaßen das "Sahnehäubchen" könnte die Demonstration traditioneller Gartenkunst bilden, wie zum Beispiel das Pfropfen und Pflegen von Obstbäumen oder das Züchten von Melonen, die früher schon trotz des nördlichen Klimas den Glücksburger Garten geziert haben.
Linden für den Schlosspark
Ein wichtiger Abschnitt der Neugestaltung des Schlossparks nach historischem Vorbild konnte am 3. Mai 2007 mit der symbolischen Freigabe der Lindenallee abgeschlossen werden.
Prof. Dr. Fielmann durchschnitt zusammen mit dem Vorsitzenden der Stiftung Schloss Glücksburg, Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein, dem Bürgermeister der Stadt Glücksburg, John Witt und dem die Hartz IV-Maßnahme betreuenden Gartenarchitekten, Herbert Tölke ein blau-rotes Band ( die Familienfarben des Hauses Schleswig-Holstein).
Prinz Holstein dankte Herrn Fielmann für seine großzügige Spende und betonte, Fielmann und ihn verbinde die Achtung vor der Natur und der Respekt vor ihrer erziehenden Wirkung. Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit lehre das Gestalten von Parks Demut vor der Natur, Geduld, aber auch Kreativität, führte er aus. Parkpflege sei ein wichtiger Teil unserer schleswig-holsteinischen Kultur, ihr müsse auch in Zukunft Raum gegeben werden.
Er freue sich, sagte er weiter, dass durch dieses Projekt etwas Bleibendes auch für die nächsten Generationen entstehe und gleichzeitig bereits für einige Teilnehmer dieser Hartz IV-Maßnahme der Weg zurück in den Beruf möglich geworden sei.
Neben dem Durchschneiden des Bandes für die Lindenallee wartete an diesem Tag noch weitere "Arbeit" auf Prof. Dr. Fielmann: eine symbolische Baumpflanzung in der neu entstandenen Schlossallee, der ehemaligen Großen Straße der Stadt Glücksburg. Um die Schlossallee auch wirklich zur Allee werden lassen, pflanzte die Stadt Glücksburg 50, ebenfalls von Herrn Fielmann gestiftete Platanen, die ein wenig südliches Flair in den Norden bringen sollen und gleichzeitig aber auch den Blick zum Schloss als dem Namensgeber der Stadt ermöglichen.





