Seit der Erbauungszeit befinden sich hier die Wohn- und Schlafgemächer der Familie. Das Mobiliar stammt aus dem 18./19. Jahrhundert. Auf dieser Etage wird das für die Glücksburg verbindliche, lediglich im Erdgeschoss durchbrochene Raumschema deutlich. Vom 30 m langen und 10 m breiten „roten“ Saal im Mittelhaus gehen zu beiden Seiten vier gleichmäßig angeordnete Nebenräume ab. An die quadratischen Eckzimmer grenzt jeweils ein Turmzimmer. Den Himmelsrichtungen entsprechend, wurden sie als Ess-, Wohn- oder Schlafräume genutzt.
Roter Saal
![]() Roter Saal |
Der Festsaal wird so genannt, weil er früher mit einer roten Lakentapete ausgeschlagen war. Die Ornamentierungen des Tonnengewölbes stammten, wie der Fußboden, aus der Erbauungszeit und zählen zu den frühesten Stuckarbeiten in Schleswig-Holstein.
Gleich links im Eingangsbereich hängt ein Porträt des Erbauers, Herzog Johanns d. J., mit den Initialen seines Mottos: GGGMF (Gott Gebe Glück mit Frieden).
Über dem Kamin befindet sich das Wappen der Herzöge zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Das Porträt der Kronprinzessin Elisabeth Christine von Preußen (1715-1797), Gemahlin des späteren Friedrichs des Großen, fertigte Antoine Pesne, der im 18. Jahrhundert als preußischer Hofmaler tätig war.
Esszimmer
|
Bereits 1707 wurde der Raum vor dem Nord-Ostturm als Esszimmer hergerichtet, und so wird er auch heute noch bei besonderen Anlässen genutzt.
Bemerkenswert sind die Gemälde mit südlichen Ideallandschaften, die um 1800 in der Tradition des französischen Landschaftsmalers Claude Lorrain entstanden.
Schlafzimmer
|
Dieser Raum mit seinem kostbaren Empire-Mobiliar wurde 1857 als Schlafzimmer eingerichtet.
Er diente der letzten deutschen Kaiserin, Auguste-Victoria, als Ankleidezimmer, wenn sie bei ihrer Schwester zu Besuch war.
Kaiserin-Salon
|
Salon und Turm werden nach der Gemahlin Kaiser Wilhelms II., Auguste Victoria (1858-1921), benannt. Sie war eine Schwester der mit Herzog Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg verheirateten Prinzessin Caroline Mathilde aus dem Hause Schleswig-Holstein-Augustenburg, Urgroßmutter des heutigen Hausherrn Prinz Christoph. Sie weilte regelmäßig zu Gast auf Schloß Glücksburg.
Der Renaissance-Kamin, Porträts König Friedrichs V. von Dänemark und seiner ersten Gemahlin Louise, Tochter König Georgs II. von Großbritannien, gemalt von Carl Gustav Pilo, ein Rokoko-Spiegel aus der Meißner Porzellanmanufaktur, die Marmorbüste der Königin Caroline Amalie von Dänemark von Bertel Thorvaldsen sowie eine Standuhr aus dem 18. Jahrhundert mit Mosaikeinlagen sind besondere Ausstattungsgegenstände in diesem Raum.
Kaiserin-Turm
|
Der Süd-Ostturm, einst Garderobenraum der Gräfin Danner – 3. Gemahlin König Friedrichs VII. von Dänemark -, war seit 1905 das Schreibzimmer der Kaiserin.
Mit Biedermeier-Mobiliar ausgestattet, ist hier die Porträtgalerie der Blickfang. Sie zeigt die Familie des Herzogs Friedrich Wilhelm Paul Leopold zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck (1785-1831), der 1825 die jüngere Glücksburger Linie begründete. Eines seiner zehn Kinder – nur neun sind dargestellt – ist der spätere König Christian IX. von Dänemark.
Herzogin-Salon
![]() Herzogin-Salon |
Traditionell waren die drei nach Westen gelegenen Räume die der jeweiligen Herzogin, der Salon ihr Vorgemach. Der eigentliche Wohnraum befand sich im Turm. Im 19. Jahrhundert benutzte man diesen Salon auch als Billardzimmer. Unter den Porträts ist besonders das der Prinzessin Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg, Gemahlin Herzog Friedrichs VIII. von Augustenburg und Mutter der Kaiserin Auguste-Victoria, zu erwähnen. Die Büste der Königin Wilhelmine, der späteren Herzogin v. Schleswig-Holstein-Glücksburg, ist ein Werk von Berthel Thorvaldsen, die Skulptur des Amor schuf dessen Schüler Bissen.












